Keto und die verfrühte Mens

Aus dem selben Grund, weshalb Hitzewellen bei Keto ausbleiben können, kann es sein, dass es zu Unregelmässigkeiten bei der Menstruation kommt.

In diesem Artikel, möchte ich dir gerne zeigen, ob und wie schlimm das ist.

Wie im Beitrag über die Ketose und Hitzewallungen werde ich dich ansprechen, als seist du eine Frau mit normalerweise regelmässigem Zyklus. Und du willst mit Keto anfangen.

Oder du hast bereits angefangen und eine Woche, bevor normalerweise deine Tage einsetzen, fühlt sich dein Unterleib an, als würdest du sie doch kriegen.

Ausserdem stehen alle anderen Zeichen auf Sturm: Du bist vielleicht kurzangeleint, deine Haut wendet sich gegen dich, deine Beine fühlen sich schwer…

Die Mens kommt zu früh.

Oder zu spät.

Aber auch dann herrscht unangenehme Unsicherheit. Vor allem, wenn du sexuell aktiv bist.

Du kennst es wahrscheinlich besser als ich. (Ich habe nur Erfahrungen zweiter Hand…)

Warum das passiert

Es gibt dazu zwei Theorien, warum aber das ganze passiert, wurde noch nicht ergründet.

Einerseits wissen wir vom letzten Beitrag über Keto und Hitzewellen, dass der Transport von Estrogenen mit Zucker zusammenhängt.

So kann Keto die Hitzewellen lindern, allerdings kann die ketogene Ernährung eben auch Störungen im Zyklus hervorrufen.

Andererseits speichert Fett Estrogene.

Verlierst du nun Fett, werden die Estrogene ausgeschüttet und können die Mens verfrüht auslösen.

Und zu guter Letzt: Die Sättigungshormone drehen durch. Vielleicht.

So jedenfalls die Vermutung von einigen.

Denn das Leptin, das Sättigungshormon, sinkt bei Keto mehr als bei anderen Ernährungsweisen (29.2 auf 11.2, LGI 12.7, LF 14.9).

Das ist schlecht, oder? Also, wenn das Sättigungshormon weniger ausgeschüttet wird, hat man mehr Hunger und ist dicker, oder?

Nicht so ganz.

In einer Studie wollten Forscher den normalen Bereich von Leptin herausfinden.

Und so untersuchten sie das Blut von gesunden Normalgewichtigen und gesunden Übergewichtigen.

Das Resultat: Die Leptinkonzentration im Blut war bei übergewichtigen Probanden zwischen 28.2 und 77.4 ng/ml. Bei Normalgewichtigen bei 6.6-18.8 ng/ml.

Das macht dann Sinn, wenn du über Leptin-Resistenz bescheid weisst:

  • Du isst ständig
  • Der Leptin-Spiegel in deinem Blut ist immer erhöht
  • Dein Gehirn gewöhnt sich an den Leptin-Spiegel
  • Um dich satt zu fühlen, musst du noch mehr Leptin im Gehirn haben
  • Also noch mehr essen

Somit ist eine niedrige Leptin-Konzentration nichts Schlimmes.

Aber führt es zu Menstruationsstörungen?

Laut einer Studie ja, wenn die Leptin-Werte enorm niedrig sind (wahrscheinlich unter 4 bis 5 ng/ml).

Das heisst: Mit Keto kommst du nicht in diesen Bereich. In keiner, der zahlreichen Studien, die ich durchsucht habe, sind die Probanden unter einen Leptin-Wert von 8 ng/ml gekommen.

Ich fasse zusammen:

  • Der Hormonhaushalt ist noch mit dem Zuckertransport im Gehirn verbunden
  • Die im Fett gespeicherten Estrogene werden freigesetzt, wenn du Fett verlierst
  • Die Sättigungshormone drehen durch x

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Viel zu wenig!

Ich habe keine Studie gefunden, die das direkt untersucht.

Und das, obwohl Menstruationsausfälle in vielen Studien beobachtet wurden:

  • 1920 berichtete Dr. Barborka, dass bei 20% der weiblichen Probanden die Mens ausgefallen ist
  • 1999 stellten Forscher bei 9 von 9 Probandinnen Unregelmässigkeiten im Zyklus fest
  • 2003 fanden Wissenschaftler, dass bei 45% der untersuchten Mädchen die Mens unregelmässig auftrat und bei zwei Drittel davon, also 30% der untersuchten Mädchen ein völliges Ausbleiben.

Und trotzdem interessiert es niemanden genug, um nach den Ursachen und Gründen zu forschen.

Finde ich nicht richtig.

Was sagen Erfahrungsberichte?

In Internetforen findet man oft Unregelmässigkeiten und Veränderungen im Zyklus.

Normalerweise reguliert sich das nach einem, manchmal zwei bis drei Monaten.

Vielfach, vor allem bei polyzystischen Ovar-Syndrom, bei dem sich in den Eierstöcken kleine (bis grössere) Zysten bilden, verbessern sich die Menstruationsbeschwerden nach der Eingewöhnungszeit.

Somit kann es sehr erschreckend sein, wenn deine Tage unregelmässig auftreten. Aber nach den Erfahrungsberichten reguliert sich das nach einiger Zeit wieder.

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