Bodyhacking – Eine Einführung

Frohes neues Jahr. Wir hoffen, ihr seid alle gut ins Jahr 2016 gestartet und das Feuerwerk genossen. Mit dem neuen Jahr kommen auch die Vorsätze. Aufhören zu rauchen, endlich den Keller aufräumen und – natürlich – der Gewichtsverlust. Doch warum solltest du es bei der Diät belassen? Warum nicht mit dem nächsten Level beginnen: Bodyhacking.

„Dieses Jahr verliere ich den Bauch“, „15 Kilo weniger“ und ähnliche Sätze sind am Neujahrswochenende in allen Köpfen. Meine Freunde, die im Fitnesscenter arbeiten, bereiten sich auf den Ansturm der Männer und Frauen mit guten Vorsätzen vor. „Das wird eine Heidenarbeit, aber die Leute sind auf einem guten Weg“, sagt eine Fitnesstrainerin, während sie versucht, eine Stunde für ein Probetraining für eine Frau in ihren Mittdreissigern zu finden. Später gibt sie zu, dass am Ende des Jahres wohl nur eine kleine Prozentzahl dieser Neujahrsabonnenten noch regelmässig auftauchen würde.

Wohl einer der Gründe, warum dem so ist, ist das unspezifische Ziel. Oder es handelt sich dabei nur bei eine abstrakte Zahl. Was sind schon 15 Kilo? Wie sieht das aus? Obwohl das für einige Menschen funktionieren kann, so scheint die grosse Mehrheit der Männer und Frauen an dieser Art der Zielsetzung zu scheitern. Daher muss eine neue Zielsetzungsmethodik angewandt werden.

Bodyhacking – Klingt gut, ist es auch

Bodyhacking klingt stark. Ein typisches Buzzword, halt. Doch die Methodik dahinter ist so simpel wie effektiv. Daher, damit du das Jahr gut starten kannst und dein Ziel erreichst, möchte ich dir das Konzept des Bodyhackings vorstellen. Ich werde in diesem Artikel nicht auf spezifische Übungen eingehen, oder auf Ernährungsprogramme. Hier geht es um deine Kopfarbeit.

Bodyhacking geht auch nicht alleine, oder nur mit Hilfe des Internets. Du wirst im Zuge deines Bodyhacking-Programms eng mit einem Fitnesstrainer zusammenarbeiten. Das ist gut, denn so bist du sicher und die Erfolge stellen sich schnell ein.

Konzept und Details des Bodyhackings

Aus Sicht der Bodyhacker sieht die Theorie so aus. Der Körper wird als eine Art Maschine angesehen. Einzelteile, die alle zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Wie auch Maschinen können Körper auf bestimmte Funktionen spezialisiert werden.

Tänzer Carlos Acosta als Apollo

Tänzer Carlos Acosta als Apollo

Hafþór Júlíus Björnsson als The Mountain in Game of Thrones

Hafþór Júlíus Björnsson als The Mountain in Game of Thrones

Die Bilder oben zeigen zwei Männer, die ihre Körper auf eine Funktion getrimmt haben. Oben der kubanische Balletttänzer Carlos Acosta, unten der isländische Strongman und Schauspieler Hafþór Júlíus Björnsson. Acosta wurde 2014 die Ritterehre für seine Leistungen und Kontributionen für den Tanz verliehen. Björnsson ist der stärkste Mann der Welt, der im vergangenen Jahr einen 1000 Jahre alten Rekord gebrochen hat: Er hat 650kg über fünf Schritte getragen. Beide sind Koryphäen in ihrem Gebiet, ihre Körper ihre besten Werkzeuge.

Ein Langstreckenläufer hat einen ganz anderen Körperbau als eine Bodybuilderin. Ein Balletttänzer sieht anders aus als eine Kletterin. Im Zuge eines Bodyhacking-Trainings wird der Körper auf eine Funktion getrimmt. Training, Ernährung und Denkweise werden gezielt so manipuliert – oder gehackt – damit der Körper optimal auf diese Funktion eingestellt wird. Natürlich bieten sich einige Körpertypen für einige Funktionen besser an, als andere, aber alles kann erreicht werden.

Dies kann mit einigen Schritten einfacher gemacht werden, da es oft schwer fällt, die Ziele in Worte zu fassen.

Such dein Vorbild

Als ersten Schritt gilt es, ein Ziel zu finden. Was willst du erreichen? Wie willst du aussehen. Willst du eine schmale Taille oder sexy Unterarme? Such dir einen Star, der genau so aussieht, wie du aussehen möchtest. Auch wenn du im Moment 200 Kilogramm wiegst und dein Star vor Muskeln nur so strotzt. Tu es.

Scarlett Johansson als Black Widow in Marvel's Avengers

Scarlett Johansson als Black Widow in Marvel’s Avengers

Aber! Beachte:

  • Dein Star muss ein echter Mensch aus Fleisch und Blut sein. Zeichnungen, Cartoons oder animierte Figuren sind nicht ideal.
  • Dein Star muss seine Figur auf gesunde Weise erreicht haben, durch Training und nicht mit Steroiden und Anabolika.

Der Grund, warum ich das erwähne, ist dieser hier:

Tom Hardy als Bane in DC's The Dark Knight Rises

Tom Hardy als Bane in DC’s The Dark Knight Rises

Schauspieler Tom Hardy als Bane im Film The Dark Knight Rises hat betrogen. Er gibt frei zu, mit Mittelchen nachgeholfen zu haben, damit er so beeindruckend wie seine Figur Bane aussieht. Welche Mittel das sind wie auch das genaue Workout verrät er nicht, was die Situation um Hardys Körper schwierig macht. Daher, bevor du dir dein Idol aussuchst, frag schnell Google, ob der Star betrogen hat.

  • Männer: Der Suchbegriff Vorname Nachname Filmtitel Charakter Workout bringt dich oft zu Fitnessseiten, die den Star zum Workout befragt haben
  • Frauen: Nebst dem Suchbegriff Vorname Nachname Filmtitel Charakter Workout bietet sich auch der Suchbegriff Vorname Nachname Plastic Surgery an, da die Frauen Hollywoods manchmal chirurgisch nachhelfen

Such dir ein Bild, das dir gut gefällt. Lad es auf dein Handy. Schau es dir an, lass dich inspirieren. Das ist dein Ziel. Das ist die Person, die du sein willst.

Ronda Rousey - MMA-Kämpferin extraordinaire

Ronda Rousey – MMA-Kämpferin extraordinaire

Such dir deinen Trainer

Jetzt ist Mut gefragt. Jetzt musst du dir eingestehen, dass du halt noch nicht da bist, wo du gern wärst. Du bist noch keine Ronda Rousey, MMA-Kämpferin extraordinaire, und du bist noch kein Cristiano Ronaldo, Fussballchampion. Jetzt kommt der Gang ins Fitnesszentrum. Welches, ist vorerst gar nicht wichtig. Geh zu den Leuten am Schalter hin, zeige ihnen das Bild deines Idols und sag „So will ich aussehen“. Warum willst du das? Weil es cool ist und du das willst!

Als erstes werden dir deine Trainer erklären, dass du nicht nur tolle Schultern haben kannst und dass dein Körper eine Einheit ist. Das stimmt. Du kannst keine tollen Schultern ohne tolle Beine haben. Deine Taille wird nicht schmaler ohne dass deine Schultern breiter werden. Daher wird als erstes wohl ein Ganzkörper-Workout angesagt sein. Bevor du mit dem spezifischen Training anfangen kannst, musst du eine Fitness-Baseline erreichen. Da musst du durch.

Warum du einen Trainer brauchst

„Aber ich brauche keinen Trainer. Hugh Jackman’s Wolverine-Workout ist ja im Internet und da kann ich alles nachlesen!“ Den Satz in einem Fitnesscenter zu hören, grenzt an Idiotie. Die Sache ist die: Du kannst im Internet 1000 Dinge nachlesen, aber vor allem wenn es um deinen Körper geht, dann hilft das Netz wenig. Weil du bist nicht Hugh Jackman. Oder Scarlett Johansson.

Bleib motiviert

Es wird einige Wochen dauern, bis du erste Erfolge siehst. Fühlen wirst du sie schnell. Am Tag nach dem ersten Workout wirst du aus Schmerzen und Anspannung bestehen. Muskelkater überall. Dazu gibt es auch einen Trick oder zwei. Denn wenn du Muskelkater hast, müssen deine Muskeln regenerieren. Alle anderen negativen Auswirkungen des Trainings können locker behandelt werden. Was bleibt ist dein Kopf.

Wenn du aufstehst und dir alles weh tut, dann ist das recht blöd. Am liebsten würdest du dann liegenbleiben und nichts mehr tun. Aber wenn du dein Ziel erreichen willst, dann musst du da durch. Du musst wieder ins Fitnesscenter. Du musst auf Kuchen und Cola verzichten. Das alles findet im Kopf statt.

Einfache Tricks, um motiviert zu bleiben, bevor du Resultate siehst, sind Filme und Musik.

Schau dir Filme an, die darauf abzielen, dass du dich am Ende wie der König oder die Königin der Welt fühlst. Einige Vorschläge:

Unterwegs natürlich kannst du Musik hören, die dazu da ist, dich aufzupumpen.

Wenn du Streaming-Dienste wie Spotify verwendest, dann kannst du Playlists anderer Nutzer durchsuchen und dort Workout-Playlists entdecken, oder gar deine eigene Playlist zusammenstellen. Aber das Ziel bleibt: Hämmernde Bässe, Chöre, schneller Beat, Hauptsache epic.

Wende einfache Tricks an

Zum Training gehört auch die richtige Ernährung. Du kannst jetzt entweder damit anfangen, nur noch an Salatblättern zu mümmeln, oder du kannst es dir einfacher machen. Vor allem zu Beginn des Trainingsregimes ist der Gewichtsverlust supereinfach. Die ersten Pfunde werden dir von den Knochen fallen. Hier die billigsten Tricks:

  • Kauf nur Dinge, mit denen du länger als zehn Minuten arbeiten musst bis du etwas zu essen hast.
  • Achte darauf, was du trinkst, ohne darauf achten zu müssen. Kauf dir Mineralwasser, nimm eine 1.5-Liter-Flasche zur Arbeit mit. Trink nur aus der Flasche. Wenn du Feierabend hast, muss die Flasche leer sein.
  • Leg dein Kleingeld jeden Abend zu Hause in eine Schüssel. So kannst du dir keine Snacks am Automaten kaufen.
  • Wenn du meinst, Hunger zu haben, trink ein Glas Wasser. Wenn du dann immer noch Hunger hast, iss etwas. Wenn du nach dem Wasser keinen Hunger mehr hast, dann lass das mit dem Essen.
  • Zähle Kalorien in einem Google Sheet

Zieh’s durch!

Ich bin seit Jahren Mitglied in einem Fitness-Center und da ist immer im Januar Hochbetrieb angesagt. Immer die Neujahrsleute. Die Trainer schieben Überstunden, hinter Laufbändern bilden sich Schlangen und die Hanteln werden den Frauen und Männern, die da Gewichte heben fast aus der Hand gerissen. Das ist zwar anstrengend und für uns langjährige Stammgäste etwas zwischen belustigend und mühselig, aber auch ich hoffe, dass diese Leute alle lange im Center bleiben und ihre Fitnessziele erreichen. Spätestens März ist dann wieder Ruhe. Schade.

Genug der Ratschläge. Ab jetzt ist es an dir. Beiss dich durch, kämpfe und gib nicht auf!

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The author

Hebt schwere Dinge und setzt sie wieder ab. Schreibt dann und wann wieder. Macht die technische Administration dieser Site.

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